Etikette am Golfplatz und NO GO’S

Mit Jeans bekleidet im Biotop stehen und einen Ball rausfischen, laut Aufschreien vor Freude, wenn der eigene Ball und auch noch drei weitere gefunden werden, sich ewig Zeit zum Weiterspielen lassen und anschließend seinen Mitspieler durch kleine Scherzchen beim Abschlagen stören. Der Alptraum eines jeden Golfers wird beim Beobachten bzw. Miterleben dieser Situation Wirklichkeit. Was am Golfplatz wie, wo und wann zu tun ist, unterliegt nämlich genauen Regeln und Etikette.

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No go s am Golfplatz

Die wichtigsten davon fasst Paul Thompson, gebürtiger Engländer und seit 1999 Head-Pro im GC Millstäter See, zusammen. Er ist nicht nur einer, der alle Regeln kennt, sondern diese auch gut weitergeben kann: Von 1999 bis 2015 war Thompson österreichischer Jugendnationaltrainer und steirischer Landeskadertrainer.

„NO GO`S"-ETIKETTE

Paul Thompson

Paul Thompson

  • Ein Golfball ist klein aber sehr hart: Wenn die Gefahr droht oder auch im Zweifel, dass eine Person von einem abgeschlagenen Ball getroffen wird, ist der Spieler verpflichtet, laut „FORE“ zu schreien.
  • BIOTOP: Betreten verboten! Leider passiert es sehr oft, dass Golfer im Biotop ihren Ball suchen. Manche Bereiche gehören nur der NATUR!
  • KLEIDUNG: Zur Etikette zählt, dass keine Jeans, Jogginghosen oder T-Shirts getragen werden. Entsprechende Kleidung gibt es in den den Golfplätzen angeschlossenen Pro Shops oder im Sporthandel.
  • BUNKER: Sie sollen so verlassen werden, wie man sie vorfinden will – eingeebnet!
  • PITCHMARKEN: Eine Pitchgabel ist ein absolutes Muss. Nicht reparierte Pitchmarken (Löcher, die durch das Aufschlagen des Balles entstehen) brauchen rund zwei Wochen, bis sich das Grün an dieser Stelle erholt hat.
  • ZU LANGSAM SPIELEN: Ein Problem, das es auf der ganzen Welt gibt. Wenn vor meinen Flight ein Loch frei ist und der nachkommende Flight warten muss, spiele ich und meine Mitspieler zu langsam. Entweder schneller spielen oder den hinteren Flight vorbeilassen.

Die wichtigsten Regeländerungen ab 2019 im Überblick

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Golfclub Millstätter See

  • Die Suchzeit für einen Ball wird von fünf auf drei Minuten verkürzt, die Empfehlung wird ausgesprochen, dass jeder Schlag nicht mehr als 40 Sekunden dauern soll, und außerdem wird das Schlagen außerhalb der Reihenfolge gefördert.
  • Sie müssen nicht mehr ankündigen, dass Sie Ihren Ball zur Identifizierung aufnehmen möchten. Sie müssen allerdings die Lage markieren und dürfen ihn nicht reinigen. Versehentliches Bewegen Ihres Balls bei der Suche ist straflos. Der Ball muss an die ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden.
  • Lose hinderliche Naturstoffe: Bisher mussten Blätter, Zweige, Steine, Äste und andere lose Naturstoffe in Bunkern und Wasserhindernissen liegen bleiben. Lose Naturstoffe dürfen überall straflos entfernt werden, das heißt auch in Bunkern und sogenannten Penalty Areas. Beachten Sie, dass sich beim Entfernen von losen Naturstoffen nach wie vor der Ball nicht bewegen darf.
  • Zusätzlich zu Pitchmarken und alten Lochpfropfen dürfen Sie auf dem Grün Spike-Spuren und andere von Schuhen verursachte Schäden ausbessern. Auch durch Tiere oder Pflegearbeiten entstandene Schäden dürfen ausgebessert werden.
  • Es ist straflos, die Fahnenstange zu treffen - auch beim Putt innerhalb des Grüns. Geht der Ball nicht ins Loch, spielen Sie ihn, wie er liegt.
  • Droppen: Der Ball muss aus Kniehöhe gerade nach unten fallengelassen werden (nicht werfen, rollen, drehen und er darf Sie nicht treffen, bevor er auf den Boden auftrifft).
  • Zur Bemessung eines Erleichterungsbereichs zählt als Schlägerlänge immer der längste Schläger, ausgenommen des Putters.
  • Ab 2019 gibt es den Begriff Penalty Area für rot oder gelb markierte Flächen (Wasserhindernisse, Wald, Schluchten und anderes). Dort dürfen Sie lose hinderliche Naturstoffe entfernen, den Schläger aufsetzen und Probeschwünge machen und dabei Boden oder Wasser berühren. Es gelten dieselben Regeln wie beim Spielen auf dem Fairway oder im Rough.
  • Wenn Sie den Ball im Bunker für unspielbar halten, haben Sie eine zusätzliche Möglichkeit, die Sie auf der Linie zurück mit zwei Strafschlägen außerhalb des Bunkers droppen lässt.
  • Eingebetteter Ball: Sie dürfen bei allen im Gelände eingebetteten Bällen straflos droppen, also auch im Semirough und Rough. Für eingebohrte Bälle im Bunker oder in Penalty Areas gilt diese Regel nach wie vor nicht.
  • Doppelschlag: Bisher kostete es einen Strafschlag, wenn man beim Schlag hängen blieb und den Ball mehr als einmal traf. Neu ist ein solches Versehen straflos. Ein Doppelschlag zählt somit einfach als ein Schlag.
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